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28
Nov

Oh Tannenbaum!

Aus aktuellem Anlass heute ein Artikel über einen Dekorationsgegenstand, den man alljährlich in fast allen Heimen anfindet: Der Weihnachtsbaum! In letzter Zeit gibt es immer echter anmutende, aus Kunststoff gefertigte Nachahmungen, die außer dem offensichtlichen Vorteilen (nadelt nicht, muss nicht gegossen werden, brennt nicht) auch die Nachhaltigkeitsdebatte ankurbeln: Es werden keine Bäume gefällt und das gute Stück ist viele Jahre wiederverwendbar. Klingt erstmal logisch, aber ist das wirklich so?

Echte Christbäume werden in speziellen Plantagen angebaut, es werden also in der Vorweihnachtszeit Wälder nicht unkontrolliert gefällt. Allerdings ist die Ökobilanz eines Baumes umso schlechter, je schneller er gefällt und anschließend entsorgt wird.

Künstliche Weihnachtsbäume gibt es aus verschiedenen Materialien: aus geschnittener PVC-Folie (die günstige Option),oder aus Polyethylen (PE), welches im Spritzgussverfahren echten Nadeln täuschend ähnlich wird (daher im Internet auch als Premium-Option angepriesen) und eine Mischung aus beiden Verfahren.

Bei der Entsorgung eines solchen Baumes, die natürlich erst nach vielen Jahren anfallen sollte, werden eine Menge Schadstoffe frei. Ein echter Baum gibt bei der Verbrennung nur das CO2 ab, welches er während seines Wachstums aufgenommen hat.

Die meisten Kunstbäume kommen außerdem aus China (insofern kommen noch die langen Transportwege auf die Ökobilanz), werden aber vom TÜV-Süd auf Schadstoffreiheit untersucht.

Die Frage nach der nachhaltigeren Entscheidung scheint immer noch nicht beantwortet. Es gibt glücklicherweise eine ganz interessante Studie von Ellipsos (http://www.ellio.ca), einem kanadischen Instituts für nachhaltige Entwicklung, die die ‚Lebenszyklusanalyse‘, also die komplette Ökobilanz, eines lokal gefällten Baumes aus einer Plantage mit einem in China hergestelltem Kunstbaum untersucht hat. Ausgegangen ist man von einem Zeitraum von 6 Jahren.

Das Fazit: Der natürliche Baum ist nachhaltiger!

Nur wenn man den künstlichen Baum mehr als 20 Jahre behält, dann wäre dies eine umweltfreundlichere Variante.

Am nachhaltigsten wären allerdings Bäume mit einem Biosiegel, wie zB. dem FSC-Zertifikat. Sie kommen aus biologisch bewirtschafteten Wäldern, in denen kein Kunstdünger oder Pestizide eingesetzt werden. Bio-Weihnachtsbäume wurden dem Wald im Zuge der Durchforstung entnommen oder sind auf besonderen Arealen wie Schneisen oder Trassen unter Hochspannungsleitungen gewachsen. Diese Bäume sind manchmal etwas krumm, aber echte Perlen sind ja auch nicht perfekt rund!

22
Nov

Holzböden

Holz ist wahrscheinlich das prägnanteste Material für nachhaltige Architektur. Es wird sowohl in der Konstruktion, als auch als Belagsmaterial verwendet. Bäume nehmen Kohlendioxid auf und speichern diesen beständig als Kohlenstoff.  Ein nachhaltiges Holzprodukt muss aus kontrollierter Forstwirtschaft kommen. Die Angabe eines entsprechenden Zertifikats (FSC: Forest Stewardship Council oder PEFC: Programme for the Endorsement of Forest Certification) sind hierbei verpflichtend. Außerdem gibt es weitere Zertifikate wie zB. Natureplus, welches die Emissionen gesundheits- und umweltschädliche Stoffe untersucht und die Herkunft, sowie die soziale Nachhaltigkeit bewertet oder auch den blauen Engel. Da fast alle auf dem Markt angebotenen Bodenbeläge aus kontrollierter Forstwirtschaft kommen, ist es sinnvoll eben auf diese zusätzlichen Zertifikate zu achten oder sich zumindest über die Nachhaltigkeitspolitik des Herstellers zu informieren.

Holzböden mit einer ausreichenden Nutzholzschicht (mindestens 4mm) können mehrmals abgeschliffen werden und verfügen so über eine sehr lange Lebensdauer.

Je mehr Verarbeitungsprozesse der Bodenbelag allerdings durchlaufen hat, desto mehr Energie wurde dabei verbraucht. Insofern weisen Mehrschichtparkett oder Laminatfußböden eine höhere ‚graue Energie‘ auf als Böden aus Massivholz, welches außerdem bei der Herstellung keine Klebstoffe benötigt. Auch die Art der Verlegung spielt eine wichtige Rolle: So sind schwimmend verlegte Böden leichter rückzubauen und demenstprechend zu entsorgen oder sogar wiederzuverwenden, als flächig verklebte. Hinzu kommt dabei wieder der Verzicht auf den Einsatz von Klebstoffen.

Zuletzt müssen bei der Oberflächenbehandlung Produkte verwendet werden, die einen geringeren bzw. gar keinen organischen Lösemittelanteil enthalten. Es gibt inzwischen spezielle lösemittelfreie Lacke oder Lacke auf Wasserbasis, oder eben natürliche Öle und Wachse.

Es gibt so viele Anbieter nachhaltiger Holzböden, daß eine Produktempfehlung hier den Rahmen sprengen würde. Bedenkt man die Transportwege, sollte man versuchen lokale Hersteller zu finden, gerade im Süden Deutschlands gibt es da einige interessante. Spannend sind auch die Anbieter von Altholzprodukten oder Bambusparkett. Und bei der Frage Massiv oder Mehrschicht gibt es meiner Meinung nach keine endgültige Antwort. Massivparkett ist zwar das ‚Natürlichste‘, allerdings werden bei Mehrschicht die edlen und damit langsam nachwachsenden Holzarten am effizientesten genutzt. Da muss man bei jedem Projekt zwischen den möglichen Alternativen, die dann auch ins Budget passen, abwägen.

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