22
Nov

Holzböden

Holz ist wahrscheinlich das prägnanteste Material für nachhaltige Architektur. Es wird sowohl in der Konstruktion, als auch als Belagsmaterial verwendet. Bäume nehmen Kohlendioxid auf und speichern diesen beständig als Kohlenstoff.  Ein nachhaltiges Holzprodukt muss aus kontrollierter Forstwirtschaft kommen. Die Angabe eines entsprechenden Zertifikats (FSC: Forest Stewardship Council oder PEFC: Programme for the Endorsement of Forest Certification) sind hierbei verpflichtend. Außerdem gibt es weitere Zertifikate wie zB. Natureplus, welches die Emissionen gesundheits- und umweltschädliche Stoffe untersucht und die Herkunft, sowie die soziale Nachhaltigkeit bewertet oder auch den blauen Engel. Da fast alle auf dem Markt angebotenen Bodenbeläge aus kontrollierter Forstwirtschaft kommen, ist es sinnvoll eben auf diese zusätzlichen Zertifikate zu achten oder sich zumindest über die Nachhaltigkeitspolitik des Herstellers zu informieren.

Holzböden mit einer ausreichenden Nutzholzschicht (mindestens 4mm) können mehrmals abgeschliffen werden und verfügen so über eine sehr lange Lebensdauer.

Je mehr Verarbeitungsprozesse der Bodenbelag allerdings durchlaufen hat, desto mehr Energie wurde dabei verbraucht. Insofern weisen Mehrschichtparkett oder Laminatfußböden eine höhere ‚graue Energie‘ auf als Böden aus Massivholz, welches außerdem bei der Herstellung keine Klebstoffe benötigt. Auch die Art der Verlegung spielt eine wichtige Rolle: So sind schwimmend verlegte Böden leichter rückzubauen und demenstprechend zu entsorgen oder sogar wiederzuverwenden, als flächig verklebte. Hinzu kommt dabei wieder der Verzicht auf den Einsatz von Klebstoffen.

Zuletzt müssen bei der Oberflächenbehandlung Produkte verwendet werden, die einen geringeren bzw. gar keinen organischen Lösemittelanteil enthalten. Es gibt inzwischen spezielle lösemittelfreie Lacke oder Lacke auf Wasserbasis, oder eben natürliche Öle und Wachse.

Es gibt so viele Anbieter nachhaltiger Holzböden, daß eine Produktempfehlung hier den Rahmen sprengen würde. Bedenkt man die Transportwege, sollte man versuchen lokale Hersteller zu finden, gerade im Süden Deutschlands gibt es da einige interessante. Spannend sind auch die Anbieter von Altholzprodukten oder Bambusparkett. Und bei der Frage Massiv oder Mehrschicht gibt es meiner Meinung nach keine endgültige Antwort. Massivparkett ist zwar das ‚Natürlichste‘, allerdings werden bei Mehrschicht die edlen und damit langsam nachwachsenden Holzarten am effizientesten genutzt. Da muss man bei jedem Projekt zwischen den möglichen Alternativen, die dann auch ins Budget passen, abwägen.

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